Autogenes Training

Konzentrative Selbstentspannung

Eine der Techniken, mit der sich tiefe Entspannung hervorrufen lässt, ist das Autogene Training. Diese Technik wurde vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz in den 1930iger Jahren auf Basis der ärztlichen Hypnose entwickelt.

Autogenes Training ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur körperlichen, geistigen und seelischen Entspannung und eine Möglichkeit, die persönliche Leistungsfähigkeit in allen Bereichen des Lebens zu steigern. Autogenes Training wirkt direkt auf unser vegetatives Nervensystem, welches u.a. für die Regulation von Herzschlag, Atmung, Blutdruck und Gefäße verantwortlich ist. Die Körperfunktionen werden durch zwei Gegenspieler kontrolliert, den Sympathikus und den Parasympathikus. Der Sympathikus ist für Aktivitäten, aber auch Stress und Anspannung zuständig, der Parasympathikus für Ruhe, Regeneration und Entspannung. Durch regelmäßiges Üben und Anwenden von Autogenem Training schaltet das vegetative Nervensystem ganz selbstständig wieder auf den Parasympathikus um. Dadurch ist jeder Mensch in der Lage, unabhängig von Hilfsmittel, Orten und Personen Einfluss auf seine körperliche und seelische Gesundheit zu nehmen.

Viele Stress-Symptome auf körperlicher, emotionaler, kognitiver und sozialer Ebene lassen sich durch Autogenes Training positiv beeinflussen:

  • Angststörungen
  • Allergien/Neurodermitis
  • Durchblutungsstörungen
  • Hautkrankheiten
  • Hypertonie
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskelverspannungen
  • Nervosität/Unruhe
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen
  • Schweißausbrüche/Hitzewallungen
  • Stress/Burnout
  • Tinnitus
  • Zähneknirschen
    u.v.m.

 

Die drei Stufen des Autogenen Trainings

Die drei Stufen des Autogenen Trainings

Die Grundstufe des Autogenen Trainings

Die Grundstufe des Autogenen Trainings besteht aus verschiedenen Phasen. Mit Hilfe von Formeln können unser Körper und somit auch unsere Gefühle und Gedanken positiv beeinflusst werden. In dieser Stufe erfolgt die sogenannte Umschaltung aus der Anspannung auf Entspannung im vegetativen Nervensystem.

Die Mittelstufe ganz „gezielt“

Die Mittelstufe wirkt durch konzentrierte Zielarbeit.

Die Oberstufe ist Kommunikation mit dem Unterbewusstsein

Diese Form kann mit der psychotherapeutischen Analyse verglichen werden, jedoch werden die einzelnen Phasen in dieser tiefen Mediationsstufe eigenständig erlebt und erfahren.

 

Autogenes Training eignet sich aber nicht nur, das Wohlbefinden zu beeinflussen, es ist auch eine erprobte Methode, die eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die Konzentrationsfähigkeit und der Kreislauf werden trainiert, der Kopf wird klar und konstruktives Denken wird leichter. Viele Profisportler nutzen diese Entspannungstechnik. Konzentration, Motivation, physische und psychische Belastbarkeit können wesentlich gesteigert werden. Im Alltag und Beruf gilt es, in hektischen Zeiten konzentriert und aufmerksam zu bleiben, effektiv zu arbeiten, mit belastenden Situationen besser umgehen zu können und das innere Gleichgewicht zu behalten. Man lernt seinen eigenen Körper besser kennen, spürt sich und seine Bedürfnisse und weiß, was gut, wichtig und wertvoll ist. Autogenes Training eignet sich für jede Altersstufe, Kinder im Volksschulalter können es erlernen und nach oben gibt es keine Grenzen.

Autogenes Training, in all seinen Stufen, ist eine allumfassende achtsame Methode zur Kontrolle des emotionalen Verhaltens und somit auch zur mehr Selbstkontrolle und Selbstbestimmung im innerpsychischen und sozialen Umfeld. Jedoch auch das Erkennen und Entwickeln von neuen Verhaltens- und Glaubensgrundsätzen, Einstellungen, Werten und Zielen ermöglicht ein „Mehr“ an Freiheit.

Der Vorteil liegt in der Einfachheit dieser Methode, Voraussetzungen sind Überzeugung und Bereitschaft, und wie bei allen Lernprozessen ein regelmäßiges, wiederholtes Üben und Trainieren.

Einsetzbar ohne Hilfe von außen, zu jeder Zeit und unabhängig von Orten.